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Allgemeines über Glas
Glas ist ein anorganischer Werkstoff, der erschmolzen wird und nach dem Abkühlen ohne zu kristallisieren erstarrt. Amorphe Stoffe wie Glas weisen im Gegensatz zu kristallinen Stoffen keine oder eine beschränkte innere Ordnung der Moleküle oder Ionen auf (unterkühlte Flüssigkeit). Sie haben deshalb keinen festen Schmelzpunkt sondern erweichen allmählich.

Es ist ein meist durchsichtiges, sprödes Material von geringer elektrischer Leitfähigkeit, geringer Wärmeleitfähigkeit und guter Formbarkeit bei hoher Temperatur.

Zur Glas-Herstellung werden die fein zerkleinerten u. gut vermischten Rohstoffe (reiner Quarzsand, Soda oder Glaubersalz, Pottasche, Kalkstein, Marmor oder Kreide) in Schmelzwannen oder Glashäfen (Glasschmelzöfen) geschmolzen, wobei die Schmelze durch Zusätze (Arsentrioxid [As2O3], Salpeter u. a.) geläutert und entfärbt wird. Die Glasschmelze wird durch Blasen mit dem Mund, Pressen, Ziehen u. Schleudern von Hand oder maschinell verarbeitet (Glasmacherei). Der Glasbläser/Glasapparatebauer erwärmt vorgefertigte Glasrohre und Stäbe vor der Lampe und verformt diese. Hinzu kommen diverse Kaltbearbeitungsmethoden wie Schleifen,Gravieren,Bohren,Sandstrahlen,Bleiverglasen,Malen usw.

Es gibt eine große Anzahl von Glasarten, die sich nach verschiedenen Gesichtspunkten einteilen lassen. Unterscheidungsmerkmale sind beispielsweise die chemische Zusammensetzung oder ihr Verhalten bei der Verarbeitung. Auf diese Weise kommt man zu den vier Hauptgruppen Kalknatronglas, Bleiglas, Borosilikatglas und Quarzglas (Kieselsäure). Sie machen zusammen etwa 95% des insgesamt erschmolzenen Glases aus. Die restlichen 5% entfallen auf Spezialgläser.
Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, handelt es sich bei allen Glasprodukten um Silikatgläser, in denen SiO2 die Hauptkomponente darstellt.

Somit ist der Werkstoff Glas eine muntere Mischung unterschiedlichster Oxide. Abstrakt könnte man es auch als einen Haufen hochviskosen Drecks bezeichnen. Eine allgemeine geläufigere Definition bezeichnet Glas als Flüssigkeit, die beim Abkühlen nicht kristallisiert, sondern in einen unterkühlten, erstarrten Zustand übergeht. Manche Thesen behaupten, dass Glas zwar flüssig ist, aber in 1000 Jahren nur einige Millimeter fließt.

Belege dafür, dass Glas nicht fließt
Wenn mittelalterliches Glas wahrnehmbar zerflossen ist, müsste antikes römisches oder ägyptisches Glas proportional stärker zerflossen sein, aber dies wurde nicht beobachtet.
Wenn Glas so schnell zerfließt, dass nach Jahrhunderten mit bloßem Auge Veränderungen sichtbar sind, dann müssten Änderungen an optischen Teleskoplinsen nach einem Zeitraum von einigen Tagen durch Interferometrie (Wellenlängenmessverfahren) feststellbar sein, aber diese Beobachtung konnte ebenfalls nicht gemacht werden. Es gibt etwa 100 Jahre alte, große optische Teleskope, die heute noch gute Bilder liefern. Würden die Glaslinsen mit der Zeit zerfließen, wären die Teleskope mittlerweile unbrauchbar.

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